(Nicht) die Größe macht's: Marketing Tipps für das kleine Budget

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Besonders mittelständischen Unternehmen und Dienstleistern fehlen häufig Zeit und Budget um große Werbekampagnen zu starten, geschweige denn regelmäßig umfassende Inhalte für Ihre Zielgruppen online zu stellen. Micro-Content (zu deutsch Kurz-Inhalte) schafft hier Abhilfe. Wir zeigen Ihnen, was es mit dem neuen Format auf sich hat und wie Sie Micro-Content richtig nutzen, um auch mit limitierten Ressourcen große Marketing-Erfolge für sich verbuchen zu können. 

Im Rahmen meines Micro Moments Artikels habe ich bereits erläutert, wie entscheidend sich die schnelle Befriedigung kurzfristiger Interessen und Bedürfnisse potenzieller Kunden auf deren Kaufentscheidung auswirken kann. Heute möchte ich Ihnen zeigen, dass die Erzeugung dieser Momente keinesfalls teuer oder aufwendig sein muss. 

Micro-Content: Was steckt dahinter?

Aber von vorne: Was steckt überhaupt genau hinter dem Begriff "Micro-Content", der zunehmend von Marketing-Experten verwendet wird und ist das neue Format ausschließlich für Fachkräfte umsetzbar? Kurz-Inhalte basieren vor allem auf Interaktion und Kreativität. Sie benötigen also keinesfalls Fachwissen oder große Budgets um damit erfolgreich zu sein.

Bei Micro-Content handelt es sich um das kleinstmögliche Format im Content Marketing. Hierzu zählen Bilder, kleine Infografiken, animierte GIFs, kurze Videos und sehr kurze Texte – meist in Zitatform. Wobei der Fokus klar auf den visuellen Formaten liegt, die mühelos mit einem Blick erfassbar sind.

Der Micro-Content erfüllt gewissermaßen die Rolle des Appetizers in einem Restaurant: Er soll den Appetit wecken und Lust auf die weiteren Gänge (=mehr Inhalte) machen. 

Perfekt für soziale Medien und mobile Endgeräte

Die Kurz-Inhalte eignen sich perfekt für Ihre Social-Media-Kanäle. Sicher sind Sie selbst schon einmal über lustige Bilder oder inspirierende Zitate in Ihrem Facebook-, Twitter- oder Instagram-Newsfeeds gestolpert. All dies sind Micro-Content-Formate von Inhalten, die darauf abzielen, einen ersten Kontakt mit potenziellen Kunden herzustellen.

Wer hat nicht schon einmal über ein Bild oder Video gelacht und es im Anschluss mit Freunden geteilt? Genau hier liegt die Attraktivität des Micro-Contents. Das Format verfügt über ein ungleich höheres Viralpotenzial (also die Wahrscheinlichkeit, dass Inhalte unabhängig vom eigenen Unternehmen geteilt werden) als andere, umfangreichere Content-Formate.

Das liegt zum einen an der leicht konsumierbaren Form – ein Blick genügt meist, um Aussage und Thema des jeweiligen Micro-Contents zu verarbeiten. Zum anderen ist es die überschaubare Datengröße, die den Micro-Content zum idealen Format für mobile Endgeräte macht. Diese ist besonders wichtig, da ein Großteil der sozialen Netzwerke hauptsächlich mobil genutzt werden und längere Ladezeiten zum sofortigen Interessensverlust der Leser führen können.

Schnelle Reaktion auf aktuelle Themen

Ein weiterer Pluspunkt ist die vergleichsweise schnelle und kostengünstige Umsetzung einzelner Micro-Content-Maßnahmen, die es ermöglicht, spontan auf aktuelle Themen einzugehen. Während umfangreichere Content-Formate vor allem aus Kostengründen oft weniger flexibel auf kleinere Trends oder saisonale Thematiken eingehen können, ist dies mit Kurz-Inhalten schnell und einfach umsetzbar. Der Effekt wird durch das Format dabei keinesfalls geschmälert. Vielmehr kommt es auf kreative Umsetzung an, um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe erreichen und diese durch Emotionen zum Teilen der Inhalte zu verleiten. 

Auch für kleine Unternehmen attraktiv

Im Web gibt es eine Vielzahl kostenfreier Werkzeuge, die bei der Konzeption der kleinen Inhalte helfen. Genannt seien hier der Meme-Generator Pablo, mit dessen Hilfe Sie sowohl eigene als auch Datenbankbilder mit kurzen Texten versehen können und der imgflip Animated GIF Generator, der es Ihnen ermöglicht, aus eigenen Videos kleine GIFS zu erstellen. Alternativ bieten sich auch kostenpflichtige Lösungen, wie etwa Adobe Photoshop oder InDesign an. Egal für welche Option Sie sich entscheiden, die Herstellungskosten bleiben übersichtlich und ermöglichen es somit auch Unternehmen mit geringen Marketingbudgets durch kreative Inhalte aufzufallen.

Ein Beispiel hierfür bietet die folgende Online-Stellenanzeige der Metzgerei Hack aus Freising. Mit viel schwarzem Humor suchte der Inhaber auf Facebook nach einer neuen Fleischereifachverkäuferin und landete ganz nebenbei einen viralen Hit, der es auf eine beachtliche Teil- und Interaktionsrate brachte und von etablierten Medienmarken wie der Süddeutschen Zeitung und dem Stern aufgegriffen wurde. Neben zahlreichen Bewerbungen hat diese Micro-Content-Maßnahme zu überregionaler Bekanntheit geführt und die Neukundenakquise befeuert.

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Ohne Strategie geht’s auch im Kleinen nicht

Das Freisinger Beispiel ist sicherlich geglückt, zeigt aber auch, dass die Verantwortlichen sich bewusst für eine humorvolle Herangehensweise entschieden haben, die sich auch durch alle weiteren Micro-Content-Formate des Betriebs zieht. Bevor Sie mit der Konzeption Ihres Micro-Contents anfangen, sollten Sie daher eine klare, übergeordnete Strategie entwickeln, die sowohl die thematische Ausrichtung als auch die Tonalität Ihrer Maßnahmen definiert.
Je nachdem, ob es sich hierbei um einen Aspekt einer größeren Marketing-Kampagne oder eine eigenständige Maßnahme handelt, gilt es unterschiedliche Faktoren zu berücksichtigen.

1. Micro-Content als Teil einer Marketing-Kampagne

Wenn Sie Micro-Content als Bestandteil einer Marketing-Kampagne einsetzen, verfügt er über die bereits angesprochene Appetizer-Funktion. Er gibt ein Versprechen, das Ihr restlicher Content einhalten muss. Um dies zu gewährleisten, bedarf es einer engen inhaltlichen wie thematischen Abstimmung zwischen den verschiedenen Content-Formaten.

Achten Sie darauf, dass Ihre Kurz-Inhalte zu den restlichen Inhalten Ihrer Marketing Kampagne passen. Ein gelungenes Beispiel hierfür ist die Strategie des Autovermieters Sixt. In den sozialen Medien fällt das Unternehmen immer wieder mit humorvollen Memes zu aktuellen Themen, wie dem Sommerurlaub, auf:

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Die Micro-Content-Maßnahmen werden zusätzlich mit umfangreichen, informativen Artikeln rund um das jeweilige Thema (In diesem Fall Tipps zum Bilden einer Rettungsgasse auf der Fahrt in den Urlaub) auf dem Firmenblog ergänzt. So verbindet das Münchner Unternehmen geschickt humorvollen Micro-Content mit serviceorientierten Hintergrundinformationen und bietet seiner Zielgruppe einen effektiven Mehrwert.

2. Micro-Content als eigenständige Maßnahme

Wie bereits erwähnt, lässt sich Micro-Content auch als eigenständige Marketing-Maßnahme nutzen. Dies kann vor allem für Unternehmen ohne großes Marketing-Budget, aber auch für die Etablierung eines einzelnen Produkts sinnvoll sein.

Da dem Micro-Content in diesem Fall keine klassische Appetizer-Funktion zukommt, verfügen Sie über einen etwas größeren Gestaltungsfreiraum. Wichtig ist aber auch hier, dass Sie sich dauerhaft für eine thematische Ausrichtung und eine gleichbleibende Tonalität entscheiden, um nicht unstrukturiert oder gar unglaubwürdig zu wirken.

Fragen Sie sich, welche Herangehensweise zu Ihrer Zielgruppe passt und was diese von Ihrer Marke oder Ihrem Unternehmen erwartet. Hierfür lohnt es sich, mit den Kunden direkt in Kontakt zu treten, sei es über Kommentarspalten auf Ihrer Webseite, Außendienstmitarbeiter oder direkt im Geschäft. Mit der Erfahrung, die Ihre aktuellen Kunden mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung machen, steht oder fällt Ihre Chance auf Neukunden-Werbung durch persönliche Empfehlungen.

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Von sehr ernsten Themen wie Politik oder Umweltkatastrophen ist eher abzuraten. Zwar gibt es auch in diesen Bereichen erfolgreiche Beispiele, aber das Risiko, den falschen Ton zu treffen und damit der eigenen Marke dauerhaft zu schaden, ist sehr groß.

Kurz gesagt

Die obigen Beispiele zeigen, dass es sich bei Micro-Content um mehr als nur kurzweilige, kreative Schnellschüsse handelt. Sein hohes Potenzial sich schnell online zu verbreiten (Viral-Marketing) und die optimale Nutzbarkeit auf mobilen Endgeräten, machen ihn zu einem äußerst effektiven Content-Format, das bei durchdachter Nutzung (!) nicht nur die Aufmerksamkeit für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung erhöht sondern auch Ihre Marke selbst dauerhaft stärken kann und somit die Neukundengewinnung langfristig ankurbelt.