Pokemon-Go, der Marketing-Trend 2016 (auch) für lokale Unternehmer

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Im Bus, im Supermarkt und selbst auf der Arbeit – überall trifft man seit kurzem auf Pokémon-Go-Spieler, die Smartphone-gesteuert durch die Stadt jagen. Ein vorrübergehender Trend, oder steckt doch mehr dahinter? Wir zeigen Ihnen, warum Sie Augmented Reality (zu deutsch erweiterte Realität) als Chance zur Neukundengewinnung sehen sollten und wie dies trotz limitierter Ressourcen gelingen kann.

Treten Sie in die Fußstapfen von IKEA, Visa und vielen mehr! Sie werden überrascht sein, wie einfach umsetzbar und zugleich effektiv zugleich dieser neue Marketing-Trend sein kann. 

Die Ausgangssituation 

Es sind seltsame Szenen: Hunderte Menschen stürmen an einem späten Donnerstagabend in den New Yorker Central Park. Ihre Smartphones vor dem Gesicht, eilen sie schnellen Schritts in eine Richtung. Doch was ist der Auslöser für die plötzliche Mobilisierung einer so großen Menschenmenge? Die Antwort ist so einfach wie verblüffend: ein Mobile Game. Genauer gesagt das erfolgreichste Spiel in der amerikanischen Geschichte: Pokémon-GO.

Dabei ist nicht nur die schiere Anzahl an Spielern überwältigend, sondern auch deren Unterschiedlichkeit. Vom Vorstandsvorsitzenden über den Schüler bis zum Rentner – das Spiel scheint alle zu mobilisieren. Und dabei ist die Idee keinesfalls neu

Wir zeigen Ihnen was hinter dem Konzept der erweiterten Realität (in der Fachsprache als "Augmented Reality" bezeichnet) steckt, worauf dieses Spiel basiert, und wie Sie als lokaler Unternehmer davon profitieren können. 

Was ist Augmented-Reality überhaupt?

Unter Augmented Reality (AR) versteht man eine computerbasierte Erweiterung der Realität. Hierfür werden technische Endgeräte benötigt, welche die Umgebung des Nutzers und dessen Standort erfassen können. Beides wird mithilfe einer Software kombiniert und um fiktive Elemente wie Informationen oder Grafiken ergänzt. Die eigentliche Realität wird somit um technische Funktionen und/oder Gegenstände erweitert. 

Jeder, der schon einmal ein Pokémon gefangen hat, kennt dieses Prinzip: Ist das kleine Tierchen in der Nähe, wird die Kamera des Smartphones aktiviert. Der Spieler sieht auf dem Display seine Umgebung – inklusive des Fantasiewesens  und kann dieses mit gezielten Bewegungen seines Geräts fangen. Die notwendige Technik dazu befindet sich inzwischen in allen modernen Smartphones, so dass bereits ein großes Publikum in der Lage ist, Inhalte der erweierten Realität zu konsumieren.  

Sie sehen keine Verbindung zu Ihrem Kerngeschäft oder Ihrer Zielgruppe? Das Mobile-Game ist keineswegs der einzige Anwendungsbereich für Augmented Reality. Von der klassischen Navigation über den Bildungssektor bis zum Militär, die erweiterte Realität wird schon länger für unterschiedlichste Zwecke genutzt. Natürlich darf hier auch das Marketing nicht fehlen. Bereits 2013 entwickelte IKEA eine Katalog-App mit AR-Elementen, die es ermöglicht einzelne Möbelstücke in der eigenen Wohnung zu platzieren. So können potenzielle Kunden schon vor dem Kauf testen, ob das ausgewählte Sofa wirklich ins heimische Wohnzimmer passt.

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Beeindruckt, aber Sie fürchten, nicht über das nötige Fachwissen und/oder Budget zu verfügen, um etwas Ähnliches auf die Beine zu stellen? Dann lesen Sie weiter! 

Ihre Chancen als (Klein-)Unternehmer 

Um Ressourcen zu schonen oder fehlendes Fachwissen auszugleichen, bietet es sich an, bereits etablierte Angebote zu nutzen. Ein Paradebeispiel sind AR-Spiele, deren Unterhaltungswert ein breites Publikum anspricht, wie es bei Pokémon GO der Fall ist.

Die Fakten sprechen eine eindeutige Sprache: Mehr als 100 Millionen Downloads seit Erscheinen der App und eine durchschnittliche Spieldauer von 41 Minuten täglich. Wobei die Nutzer demografisch sowie psychografisch vielfältiger kaum sein könnten. 

Ein großes Publikum, das einem gemeinsamen Ziel folgt (Pokémons sammeln, trainieren, kämpfen lassen) und dafür bereit ist das eigene Zuhause zu verlassen – ein perfekter Anknüpfungspunkt für durchdachte Marketingmaßnahmen.

Wichtig: Bei den vielfältigen Möglichkeiten, die diese erweiterte Realität bietet, ist es leicht das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren: Nachdem die Aufmerksamkeit Ihrer Zielgruppe gewonnen haben, sollte Ihr Angebot einen konkreten Mehrwert für diese darstellen um das eigene Angebot von der Konkurrenz abzugrenzen. 

Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Spiel für sich zu nutzen: 

1.  Das Spielkonzept nutzen 

Nutzer, die nicht genügend Zeit oder Lust haben, große Strecken zu überwinden, um seltene Pokémon zu fangen, können diese mithilfe von Ködern, sogenannten Lures, anlocken. Dabei handelt es sich um kostenpflichtige In-Game-Käufe, deren Wirkung ca. 30 Minuten anhält. Wo besondere Pokémon sind, da sind andere Spieler natürlich auch nicht weit entfernt. So lassen sich die Köder hervorragend dazu nutzen, Scharen an Spielern (aka potentiellen Käufern) an einen bestimmten Standort zu locken.

Dies ist vor allem für Einzelhändler und Gastronomiebetriebe in größeren Städten attraktiv, die hauptsächlich von Laufkundschaft leben. Damit die angelockten Spieler möglichst lange vor Ort bleiben, bieten sich spezielle Angebote, wie Pokémon-Rabatte, kostenlose Getränke oder Merchandise-Artikel, an.

Dabei liegen die Vorteile auf der Hand: Die Ausgaben bleiben in einem selbst gesteckten, überschaubaren Rahmen und die Effekte sind schnell spürbar. So berichtet das ZDF Auslandsjournal in seiner aktuellen Ausgabe von einem Londoner Café, das täglich umgerechnet 120 Euro in Lures investiert. Ein Betrag, der sich umgehend bezahlt machte, da jedes Pfund Einsatz einen Ertrag von 44 Pfund einbrachte.

2.  Für ideale Rahmenbedingungen sorgen    

Eine Ergänzung oder Alternative zu den genannten In-Game-Möglichkeiten bieten Marketingmaßnahmen rund um das Spiel. Hierfür lohnt es sich, die Bedürfnisse der Spieler (insbesondere natürlich dem Teil, der Ihrer Zielgruppe entspricht) zu identifizieren.

Was benötigen diese Spieler, um das beste Spielerlebnis zu haben? Welche Ziele werden während des Spielens verfolgt und welche unmittelbaren Bedürfnisse entstehen aus diesen?

Als erstes natürlich funktionierende Hardware und hierzu zählt vor allem eins: ein voller Akku. Das Spiel ist bekannt dafür, ein echter Akkufresser zu sein. Die Verkaufszahlen externer Akkus sind seit dem Erscheinen des Spiels sprunghaft angestiegen und die Straßen sind voll von Pokémon-Jägern, die verzweifelt eine freie Steckdose suchen. Sie haben ein klares Bedürfnis, das sich durch das Bereitstellen von kostenlosen Akkuladestationen befriedigen lässt. Dabei lassen sich ideal potenzielle Neukunden akquirieren: Die Akkuladung ist eine kostenlose Serviceleistung, die sich positiv auf die Markenidentifikation sowie den Word-of-Mouth-Effekt auswirkt und dazu führt, dass sich die Spieler länger vor Ort aufhalten, was wiederum die Kaufwahrscheinlichkeit erhöht.

Denkbar ist auch, Pokémon-Fans ab einem bestimmten Einkaufswert mit einem kostenlosen externen Akku zu belohnen. Diese sind im Einkauf meist nicht teuer und funktionieren gut als Kaufanreiz. Eine weitere Möglichkeit, die etwas mehr Planung und Organisation verlangt, aber Ihr Unternehmen zeitgleich zum Viral-Hit werden lässt, sind Poke-Events die (thematisch an Ihre Dienstleistung oder Ihr Produkt angepasst) kommuniziert und durchgeführt werden. 

Social Media effektiv integrieren 

Wie für fast alle Werbemaßnahmen im Zeitalter der Digitalisierung gilt auch hier: Nutzen Sie Social Media. Kommunizieren Sie Ihre Pokémon-Aktionen über Facebook, Twitter oder auch Instagram. Machen Sie Fotos von Pokémons vor oder in Ihrem Unternehmen und nutzen Sie Hashtags um darauf aufmerksam zu machen. Ein Blick auf die aktuellen Google-Suchanfragen zeigt deutlich, wie hoch das Interesse an Informationen rund um das Spiel derzeit ist. Nutzen Sie den Hype zu Ihrem Vorteil ! 

Pokmon_GO_und_Augmented_Reality

Sie haben wenig oder auch keine Erfahrung mit der Verwendung von sozialen Medien als Werbekanal? Dann nutzen Sie unser kostenfreies E-book: Wir zeigen Ihnen welche Kanäle für Ihre Zielgruppe wirklich relevant sind und wann bzw. wie oft Sie Nachrichten verschicken sollten um genau diese effektiv zu erreichen, ohne dabei wertvolle Zeit für Ihr Kerngeschäft opfern zu müssen: 

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