Seit dem 26. April 2026 zeigt Google in Deutschland an, wenn ein Unternehmen Bewertungen löschen ließ. Im Profil erscheint ein Banner mit der ungefähren Anzahl entfernter Rezensionen aus den letzten zwölf Monaten. Das geht von „2 bis 5" bis „über 250". Was bisher im Hintergrund passierte, ist jetzt für jeden sichtbar, der das Profil aufruft.
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Salons, die bisher auf das Löschen von Bewertungen gesetzt haben, stehen nun vor einem Strategiewechsel mit kurzer Vorwarnzeit. Was vorher als legitimes Mittel galt, hinterlässt jetzt eine sichtbare Spur. Auf Reddit haben sich innerhalb weniger Tage Threads gebildet, in denen Nutzer die „Löschkönige" einzelner Städte zusammentragen.
Was sich konkret geändert hat
Das neue Banner erscheint nur bei Profilen, bei denen Bewertungen wegen Diffamierungsbeschwerden entfernt wurden. Es nennt keine exakten Zahlen, sondern Spannen. Gezählt wird der Zeitraum der letzten zwölf Monate. Die Anzeige bleibt dauerhaft sichtbar, solange entsprechende Löschungen vorliegen.
Der praktische Effekt: Wer im Profil eine 4,6-Sterne-Bewertung sieht und gleichzeitig den Hinweis auf entfernte Rezensionen, liest die Sterne anders. Das Vertrauen, das Bewertungen eigentlich aufbauen sollen, kippt.
Warum die alte Strategie nicht mehr aufgeht
Bewertungen löschen zu lassen war für viele Salons ein nachvollziehbarer Reflex. Eine ungerechte Bewertung schmerzt. Der Stern-Schnitt sinkt. Die Rezension bleibt jahrelang sichtbar und fühlt sich ungerecht an. Es gibt zwei Wege: die Bewertung selbst über das Drei-Punkte-Menü bei Google melden – oder, wenn Google nicht reagiert, über eine spezialisierte Kanzlei mit juristisch begründetem Antrag nachsetzen.
Drei Dinge ändern sich mit dem neuen Banner.
- Die Löschung ist nicht mehr unsichtbar.
- Sie kostet Aufwand und - je nach Weg - Anwaltsgebühren, jetzt zusätzlich mit Reputationsrisiko
- Sie löst das eigentliche Problem nicht, nämlich zu wenige gute Bewertungen, die negative Einzelfälle ausgleichen.
Was du stattdessen tun kannst
Drei Hebel, die unabhängig vom neuen Banner sinnvoll sind und jetzt umso wichtiger werden.
Aktiv zufriedene Kunden um Bewertungen bitten. Bewertungen schreiben meist nur unzufriedene Kunden. Ein kurzer Hinweis nach dem Termin per E-Mail oder am Empfang reicht in den meisten Fällen aus, damit auch happy Kunden eine Rezension schreiben. Das verschiebt den Bewertungsmix in Richtung der Mehrheit deiner Kunden, die zufrieden sind.
Feedback erst intern abfragen, dann zur Veröffentlichung einladen. Wenn deine Kundin dir zuerst über deine Buchungssoftware Feedback gibt, kannst du bei positiven Rückmeldungen gezielt um eine Veröffentlichung auf Google bitten. Bei kritischem Feedback hast du die Chance, das Anliegen zu klären, bevor es öffentlich wird.
Auf negative Bewertungen antworten statt löschen lassen. Eine sachliche, freundliche Antwort wirkt nach außen oft stärker als die Bewertung selbst. Sie zeigt, wie dein Salon mit Kritik umgeht und das lesen alle künftigen Interessenten mit.
So funktioniert das in Shore Shore unterstützt diesen Weg über mehrere Funktionen. Nach jedem Termin lässt sich automatisch eine Bewertungsanfrage versenden. Egal ob per E-Mail, über Newsletter-Kampagnen oder als QR-Code am Kundendisplay. Mit der Funktion Kundenfeedback+ (verfügbar ab dem Booking + Marketing-Paket) sammelst du Feedback erst innerhalb von Shore. Bei positiven Bewertungen wird der Kunde gebeten, diese auch auf Google zu veröffentlichen. Bei kritischem Feedback bleibt die Rückmeldung zunächst intern, sodass du dich um das Anliegen kümmern kannst. Wichtig zur Klarstellung: Feedback+ filtert nicht, was Kunden direkt auf Google posten. Aber die Funktion erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass zufriedene Kunden den Schritt zu Google tatsächlich gehen. Mehr dazu in der Anleitung im Shore Help Center. |
Wann eine Löschung trotzdem sinnvoll sein kann
Es gibt Fälle, in denen eine Löschung weiterhin der richtige Weg ist. Das gilt etwa bei echten Verleumdungen, Bewertungen von Personen, die nie Kunde waren, oder klar rechtswidrigen Inhalten. In diesen Fällen rechtfertigt das Anliegen den Aufwand. Was sich geändert hat, ist nicht die rechtliche Möglichkeit, sondern die Sichtbarkeit.
Wer löschen lässt, sollte sich der Spur, die das hinterlässt, bewusst sein und im Einzelfall abwägen, ob es trotzdem die richtige Entscheidung ist – bei klaren Richtlinienverstößen klappt das oft schon über die offizielle Meldung bei Google, in komplexeren Fällen ist anwaltliche Unterstützung üblich.
Häufige Fragen
Welche Bewertungen werden im Banner gezählt?
Nur Bewertungen, die nach Beschwerden wegen Diffamierung entfernt wurden, und nur aus den letzten zwölf Monaten. Andere Löschungen, etwa wegen Spam oder Richtlinienverstößen durch Google selbst, tauchen im Banner nicht auf.
Verschwindet das Banner, wenn ich keine Löschungen mehr beantrage?
Ja. Da nur die letzten zwölf Monate gezählt werden, läuft das Banner aus, sobald keine neuen Löschungen mehr hinzukommen und ältere aus dem Zeitfenster fallen.
Was ist Kundenfeedback+ und für wen lohnt es sich?
Kundenfeedback+ ist eine Shore-Funktion, mit der du Kundenfeedback erst über Shore einsammelst und zufriedene Kunden gezielt zu einer Google-Bewertung einlädst. Sie ist in den Paketen Booking + Marketing und All-in-One enthalten und besonders relevant für Salons, die ihre Google-Bewertungen aktiv aufbauen wollen, statt auf Zufall zu setzen.
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Bei rechtlichen Fragen zu konkreten Bewertungen ist die Einschätzung eines Anwalts der richtige Weg.